Pretiosen – ein wunderschönes Wort für Schmuck und Geschmeide

Pretiosen – ein wunderschönes Wort für Schmuck und GeschmeideGehören Sie zu den Cineasten, die sich die „Herr der Ringe“-Trilogie in der englischen Originalfassung angesehen haben? Und ist Ihnen auch eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen, als Gollum sein: „It’s my precious!“ so liebevoll, ehrerbietig und voller Hingabe gezischelt hat?

In der deutschen Synchronisation wird dies mit einem ebenso hingebungsvollem „Mein Schatz!“ wiedergegeben.  Und somit sind wir schon beim Thema.

J.R.R. Tolkien sei Dank!

Wenn Sie mehr über Pretiosen, ihrem Ursprung und ihrer Vielfältigkeit erfahren wollen, dann tauchen Sie ein in die Welt der Geschmeide, der Schmuckstücke, der Edelsteine und der Schätze.

Wo kommt das Wort Pretiosen her und wie wird es verwendet?

Das Wort Pretiosen oder auch Preziosen hat seinen Ursprung im Lateinischen. „Pretiosus“ und heißt so viel wie „kostbar“. Und auch das Nomen „pretium“ wird mit „Preis bzw. Wert“ übersetzt. Da ist es fast selbstverständlich, dass Pretiosen kostbare und wertvolle Gegenstände bezeichnen.

Im deutschen Sprachgebrauch wird es aktuell eher selten verwendet und so ist es nicht verwunderlich, dass man seine Bedeutung eventuell im Lexikon nachschlagen muss. Aber in der hochkarätigen, etwas älteren Literatur taucht es zu Weilen auf und gibt jedem Text ein ganz besonderes Flair und zeugt von der Liebe zum Wort an sich.

Aus welchen Materialien bestehen Pretiosen? Was zählt alles dazu?

Pretiosen bestehen in der Regel aus Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin. Ebenso können Edelsteine als Pretiosen bezeichnet werden. Diamanten, Rubine, Brillanten, Smaragde und all die anderen seltenen Kleinode, die in der Schmuckwelt so begehrt sind. Oft werden diese wertvollen Materialien miteinander kombiniert und zeugen von wahrer Goldschmiedekunst.

Eine kleine Goldsachkunde und verschiedene Goldarten aus denen Pretiosen hergestellt werden können

Eines der bekanntesten Edelmetalle ist und bleibt Gold. Wobei es bei Gold durchaus Unterschiede gibt. Im Periodensystem ist Gold mit der Ordnungszahl 79 gekennzeichnet und trägt das Symbol „Au“ als chemisches Element.

Das Aussehen von Gold ist gelblich und glänzend. „Ghel“ ist das indogermanische Wort für diese Beschreibung, so dass man sagen kann, dass der Wortursprung dort zu finden ist. Seinen Stellenwert und seinen Status hat Gold sicherlich durch seine Seltenheit im Vorkommen erhalten und es wurde schon vor mehr als 2.000 Jahren als Zahlungsmittel verwendet. Ebenso entstand zu diesem Zeitpunkt die Schmuckherstellung mit Gold als „Prestige-Objekt“.

Seine Wertigkeit erfährt ein Schmuckstück aus Gold durch den genau bestimmten Goldanteil. Schmuckstücke oder Pretiosen aus Gold werden durch Punzen gekennzeichnet, die den tatsächlichen Goldanteil belegen.

Eine 333er Punze kennzeichnet ein Geschmeide, welches einen Feingoldanteil von 33,3% aufweist. Ebenso verhält es sich bei der Punze 585er und 750er. Hier steckt ein Goldanteil von 58,5% bzw. 75% in dem jeweiligen Schmuckstück. Die restlichen Materialanteile setzen sich aus Silber, Palladium, Kupfer und noch anderen Bestandteilen zusammen. 916er oder auch 999er Goldpunzen findet man in der Pretiosen-Verarbeitung eher selten. Diese Goldanteile werden eher bei Münzen oder Goldbarren auftauchen und dienen mehr der Wertanlage, als dass sie in der Schmuckherstellung Platz finden.

Die Unterscheidung zwischen Rotgold, Gelbgold oder Weißgold resultiert aus den jeweiligen Beimischungen anderer Elemente zum vorhandenen Goldanteil.

Durch den Zusatz von Kupfer, von der Farbgebung her rot, entsteht das Rotgold. Je höher der Kupferanteil, desto rotscheinender wird das Gold.

Weißgold entsteht unter der Zugabe von Platin und Gelbgold erhält sein Aussehen durch die Beimischung von Silber und Kupfer in genau abgestimmter Menge.

Eine kleine Edelsteinkunde – Diamant oder Brillant? Wo ist der Unterschied?

Wussten Sie, dass ein Diamant erst durch seinen Schliff zu einem Brillanten wird und von der Zusammensetzung ein und derselbe Edelstein ist?

Durch den Brillantschliff erhält der Diamant in seinem oberen Teil 32 Facetten und im unteren Teil 24 Facetten. Das auf den Diamanten einfallende Licht wird durch die entstandenen Proportionen und Winkel auf eine einzigartige Weise reflektiert und bringt das oft genannte „Feuer“ zum Vorschein.

Beliebte Schmucksteine als Pretiosen und ihre Wirkung

Als weitere beliebte Edelsteine, die ebenfalls gerne zur Schmuckherstellung verwendet werden, zählen der Rosenquarz, der Bernstein oder auch der Saphir. Nicht zu vergessen der Bergkristall oder der Smaragd. Vielen dieser Edel- bzw. Schmucksteinen wird eine besondere Eigenschaft zu geordnet. Viele Menschen schwören auf deren Wirkung auf Geist und Körper, weshalb sie sich zur Herstellung von Pretiosen ebenso eignen.

Dem Rosenquarz wird zum Beispiel ein stärkender Einfluss auf die Lebensfreude, der Liebeskraft und der Sensibilität nachgesagt.

Die warme Ausstrahlung des Bernsteins, als Schutzstein, schenkt Lebensfreude und hilft gegen Ängste.

Dem Saphir wird nachgesagt, dass er unter anderem vor Stress schützt und hilft, die Gedanken des Trägers auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Als ältester Schmuck- bzw. Heilstein ist der Bergkristall für seine stärkende Aura bekannt.

Und der Smaragd steht für seelisches Gleichgewicht und Schönheit.

Ob Sie nun an diese „magische“ Wirkung der Steine glauben oder nicht. Eines muss man diesen lassen. Sie sind alle wunderschön anzusehen.

Formen von Pretiosen – Ringe, Ketten, Broschen, Anhänger und Ohrringe

Für welche Art von Pretiosen Sie sich auch entscheiden, liegt ganz allein an Ihrem persönlichen Geschmack und Vorlieben.

Feine und grazile Formen sind wahrscheinlich eher der Damenwelt vorbehalten. Zarte Ketten, verspielte Ohrringe, funkelnde Broschen oder Kettenanhänger zeugen nicht nur von Eleganz, sondern unterstreichen die jeweiligen Vorzüge der Trägerin hervorragend.

Wohin gegen die Herren der Schöpfung eher zu „kräftigeren“ Formen bei Ringen oder Halsketten zurückgreifen werden.

Aber natürlich ist dies nicht in „Stein gemeißelt“. Setzen Sie sich mit Ihrem Schmuckstück so in Szene, wie es Ihnen allein gefällt.

Aufbewahrung und Pflege Ihrer Pretiosen

Idealerweise bewahren Sie Ihre Pretiosen in dafür vorgesehene Kästchen oder der bewährten Schmuckschatulle auf. Diese sind in der Regel mit weichen Stoffen, wie Samt, ausgepolstert und schützen Ihre Schmuckstücke vor wertmindernden Kratzern. Sollten Sie die Originalverpackung noch zur Hand haben, sind diese natürlich auch hervorragend geeignet.

Achten Sie auch unbedingt auf eine dunkle, kühle und trockene „Lagerung“ Ihrer Kostbarkeiten. Gold kann sehr anfällig sein und zur Brüchigkeit neigen.

Vermeiden Sie auf jeden Fall eine Aufbewahrung an den durchaus schön anzusehenden „Schmuckständern“ oder „Schmuckbäumchen“. Permanenter Lichteinfall, Sauerstoff und Staub, lassen Ihre kostbaren Stücke schnell „alt aussehen“.

Wenn Ihre Pretiosen aus reinem Gold, also ohne Edelsteinverzierungen, trotz aller Vorsicht den Glanz verlieren, gibt es den einen oder anderen Trick aus Großmutters Zeiten. Sie brauchen nicht unbedingt gleich zur chemischen Variante greifen. Oft hilft ein Einreiben mit dem Saft einer frisch aufgeschnittenen Zwiebel. Oft kann auch Zahnpasta Ihrem Schmuck zu neuem Glanz verhelfen. Probieren Sie es aus!

Wo Sie Ihre Pretiosen kaufen können und worauf Sie achten sollten

Besonders hochwertige Pretiosen oder Geschmeide finden Sie natürlich bei einem hochkarätigen Juwelier. Hier können Sie nicht nur einwandfreie Qualität erwarten, hier werden Sie auch stilsicher beraten, was zu Ihrem Typ und Erscheinungsbild passt.

Wenn Sie eine Pretiose Ihr Eigen nennen wollen, die genauso einzigartig ist, wie Sie selbst, suchen Sie einen Goldschmied Ihres Vertrauens auf. Besprechen Sie mit ihm, was Ihnen vorschwebt und er wird zusammen mit Ihnen ein wunderbares Unikat, nur für Sie allein, herstellen. Dieses Schmuckstück wird dann sicherlich nicht in einer Schmuckschatulle sein Dasein fristen und ist es wert gezeigt zu werden. Egal zu welcher Gelegenheit.

Nun wissen Sie, was man unter Pretiosen versteht. Ist es nicht schön, so ein altes Wort wieder aufleben zu lassen? Es klingt doch gleich anders als wenn man nur von Schmuck spricht, oder?

Also, verwöhnen Sie sich oder überraschen Ihre Liebsten doch einmal mit schmeichelnden Pretiosen. Und halten Sie es wie Tolkien und sagen:

It’s my precioussssssssssssssssss!